#1 Aachener Zeitung vom 06.12.18 von Spielleiter Dominik 30.12.2018 21:06

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Glückliches Ende eines unrühmlichen Einsatzes


In unseren unruhigen Zeiten geschieht es immer wieder das Unschuldige in das Fadenkreuz der Polizei und des Zolls geraten. Doch was sich in der Nacht vom 13. auf den 14. November in Laurensberg abspielte, spottet jeder Beschreibung.

Eine Hundertschaft von Polizei- und Zollbeamten stürmte gegen Mitternacht die Büroräume eines seit kurzem in Aachen ansässigen Geschäftsmannes. Dieser war durch einen augenscheinlich falschen Hinweis in den Fokus der Steuerfahndung geraten. So wurden daher für diese Nacht-und-Nebel Aktion eine ganze Hundertschaft eingesetzt, um einige kleinere Büroräume nach belastendem Material zu durchsuchen. Unglaublich aber wahr: Den Beamten werden für diesen Einsatz Überstunden angerechnet, die dann zusätzlich mit Nachtzuschlägen vergütet werden. So werden durch haltlose Beschuldigungen Steuergelder verprasst, die an anderer Stelle, beispielsweise in der Medizin, dringend gebraucht würden.

Ein Vertreter des Steuer- und Rechtsanwaltsbüros Gruber & Jahn teilte uns hierzu auf Anfrage mit: „Augenscheinlich wurde hier im Vorfeld nicht korrekt gearbeitet und dann mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Die entsprechenden Daten lagen dem zuständigen Finanzamt vor und wären, mit den entsprechenden Beschlüssen auch einsehbar gewesen. Mein Mandant behält sich weitere rechtliche Schritte vor. Denn es ist immer noch nicht geklärt, wer für diese Aktion verantwortlich zeichnet und ob jemand versucht hat den Staatsapparat zu seinem Vorteil zu nutzen und meinem Mandanten zu schaden. Wir bauen darauf, dass auch polizeiintern dieser Frage nachgegangen wird und entsprechende Konsequenzen folgen.“

Konsequenzen hatte diese polizeiliche Hexenjagd auch für den zu unrecht Beschuldigten: er erlitt, während der Razzia einen Herzinfarkt, der nur durch das beherzte Eingreifen seines Mitarbeiters und der anwesenden Beamten, die sofort mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen begannen, nicht tödlich endete. Glück im Unglück, denn wären die Polizisten nicht so gut in Erster Hilfe ausgebildet gewesen, hätte dieses Possenspiel einen Toten gefordert. Darum auch an dieser Stelle der Hinweis an alle Leser: frischen Sie Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auf. Entsprechende Kurse werden vom Uni-Klinikum in den kommenden Wochen angeboten.

Was bleibt ist die Frage, wie hoch die Kosten für diesen völlig unnötigen Einsatz waren, wer die Konsequenzen dafür trägt und wer als nächstes ein Opfer eines solchen Justizirrtums wird...

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